Billiglohn

Billiglohn Informationen

Die Debatte über Billiglöhne in Deutschland wird so schnell nicht verschwinden. Denn dieses Land gilt mittlerweile sogar in vielen Teilen Europas als Paradies für einen Billiglohn. Unternehmen aus anderen europäischen Ländern verlegen sogar Standorte nach Deutschland, da sie dort den deutschen Arbeitern weniger Lohn zahlen müssen als im eigenen Land. Junge russische Unternehmer kommen nach Deutschland, gründen dort Unternehmen und profitieren von den billigen Arbeitern.
Im gesamten Europa sind in den letzten Jahren die Lohnzahlungen um etwa zweiundzwanzig Prozent gestiegen, in Deutschland hing das Meiste davon allerdings mit der Angleichung der Preise im Osten an die Westpreise zusammen. Tatsächlich sind die Löhne nur um etwa ein Prozent gestiegen, was erneut zeigt, wie wenig sich Deutschland bezüglich der Bezahlungen an das internationale Niveau angepasst hat. Manche Branchen sind von dieser Thematik mehr betroffen als andere. Besonders Friseure und Friseurinnen werden sehr schlecht bezahlt bei einem Billiglohn von bis zu drei Euro für eine Stunde harte Arbeit. Besonders hervorzuheben ist, dass diese Arbeiter freiwillig für einen solchen Billiglohn arbeiten, eine Tatsache, die auch ein wenig am deutschen Sozialsystem zweifeln lässt. Manche unverschämten Lohnzahlungen sind aber auch einfach nicht rechtens. So gehen teilweise Fälle durch die Presse, in denen Arbeiter durch nicht abgemachte Bezahlung nach Leistung und nicht nach Stunden mit einem unverständlichen Billiglohn abgespeist wurden. So arbeiten nicht alle der schlecht bezahlten Angestellten freiwillig für so wenig Geld. Oft haben es auch noch Auszubildende oder Menschen ohne Ausbildung schwer, angemessen bezahlt zu werden. Manche Unternehmen nutzen sie bewusst als billige Arbeitskräfte und zahlen einen verschwindend geringen Lohn. Als vielfaches Argument für den Billiglohn wird genannt, dass dieser hauptsächlich für noch nicht fertig ausgebildete Arbeitskräfte eingesetzt wird, mittlerweile haben aber Statistiken ergeben, dass nur jeder achte Empfänger eines Billiglohns nach einiger Zeit mehr verdient. Somit sind solche niedrigen Löhne keine Garantie für die spätere Verbesserung des Gehaltes.

Wie sind Billiglöhne überhaupt erst entstanden?

Entstanden ist der Billiglohn vor allem durch den Wandel der deutschen Gesellschaft im Laufe der Zeit von einer hauptsächlichen Produktionsgesellschaft in eine Dienstleistungsgesellschaft. Denn früher achteten Gewerkschaften besonders auf richtige Tarife und Lohnvereinbarungen, während diese in der heutigen Zeit zunehmend an Bedeutung verlieren. Oft werden diese vonseiten des Unternehmens nicht ernst genommen. Doch ansonsten können die Löhne nur durch den Staat geregelt werden, der sogenannte Mindestlöhne einsetzen kann, das heißt, eine gesetzliche Grenze ziehen kann, wie viel man einem Arbeiter mindestens bezahlen muss. In manchen Bereichen sind diese Mindestlöhne gesetzlich geregelt, doch es gibt in Deutschland keinen allgemeingültigen Mindestlohn.