Billiglohnland China

Billiglohnland China

Das Billiglohnland China ist wohl eines der bekanntesten Niedriglohnländer weltweit. Bedingt durch die Bevölkerungsstruktur und die Arbeitsmentalität, ist China zurzeit noch an vorderster Front, was das Thema billige Arbeitskräfte und hohe Produktivität angeht. War es bis vor ein paar Jahren für die Bevölkerung noch überlebensnotwendig jede Arbeit anzunehmen, ändert sich die Einstellung spätestens seit der Einführung der Ein Kind Politik zunehmend. Das Billiglohnland China verliert in letzter Zeit seinen altbekannten Status.

Früher war es traditionell so, dass „Obrigskeitshörigkeit“ und bedingungsloser Gehorsam in China schon von Kindesbeinen an gelehrt wurde und für alle selbstverständlich war. Das spiegelte sich auch in den tausenden Fabriken des Landes wider. Lange waren diese Arbeitsstätten auch die einzigen Möglichkeiten für die Chinesen überhaupt Arbeit zu bekommen. Da wurde nicht lange nach Arbeitsbedingungen oder Lohnerhöhung gefragt. Da war der Einzelne einfach nur dankbar, eingestellt zu werden. Arbeitnehmervertretung oder Interessengemeinschaften waren hier unbekannt. Besonders textilproduzierende Firmen der westlichen Industrieländer erkannten die für sie günstigen Bedingungen und verlegten ihre Produktion in die asiatischen Länder. In den letzten Jahren steigt aber auch in China das Bewusstsein über die eigene persönliche Wertigkeit. Zunehmend werden Gewerkschaften gegründet. Auch gegen den Willen der Firmeninhaber.

Die zunehmende Globalisierung in China ermöglicht der Bevölkerung bessere Lebensbedingungen und eine bessere Ausbildung. Zeitgleich werden immer mehr Interessenvertretungen gefordert und wenn nötig auch mit Hilfe von Arbeitsrechtsorganisationen durchgesetzt. Wirtschaftsethik wird in China erst zunehmend zu einem Schlagwort, das in das Bewusstsein der dortigen Arbeitnehmerschaft tritt. Das wiederum nehmen westliche Firmen zum Anlass ihre Produktionsstätten in andere Länder zu verlegen. Eine interessante Entwicklung der letzten Jahre ist, dass Deutschland, dank seiner Leiharbeitskräfte wieder über „billige“ Arbeitskräfte verfügt. Manche Firmen sind inzwischen schon wieder dazu übergegangen, ihre Produktionen nach Deutschland rückzuverlegen, da hier nicht nur die Produktionskosten günstig sind, sondern auch ein höherer Standard bezüglich Know-how und Fertigung besteht. Es bleibt abzuwarten, ob das Billiglohnland China als solches bestehen bleibt.

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