Billiglohnverteilung in Deutschland

Billiglohnverteilung in Deutschland

In Deutschland sind die Billiglöhne noch sehr unterschiedlich, in Westdeutschland liegen die niedrigsten Löhne weit über denen in Ostdeutschland. Zwar haben sich mittlerweile die Tariflöhne der neuen Bundesländer den Anderen angepasst, das Problem liegt aber darin, dass in den neuen Bundesländern viel weniger Arbeiter überhaupt in Gewerkschaften sind, das heißt überhaupt über solche Tarifvereinbarungen verfügen. In vielen grundsätzlichen Arbeitsstandards findet man noch erhebliche Unterschiede zwischen Ost und West. So arbeiten die Menschen in Ostdeutschland durchschnittlich länger und verfügen über einige Tage weniger Urlaub als ihre westdeutschen Mitbürger.

Sogar die OECD-Definition vom Billiglohn ist unterschiedlich, so definiert man eine Bezahlung im Osten von weniger als 7,18 Euro und im Westen von weniger als 9,62 Euro pro Stunde als Billiglohn. Noch krasser fallen die tatsächlich durchschnittlichen Billiglöhne aus, die im Westen bei 5,77 Euro pro Stunde, im Osten bei nur 4,69 Euro pro Stunde liegen. So kann man sagen, dass selbst zwanzig Jahre nach der Wiedervereinigung die Grenzen vor allem gesellschaftlich noch nicht ganz ausradiert sind.

Welche Bundesländer in Deutschland sind besonders vom Billiglohn betroffen?

Bundesländer, in denen Billiglöhne eine besondere Rolle spielen, sind Thüringen und Sachsen Anhalt. Denn in Thüringen herrschen die niedrigsten Löhne in ganz Deutschland. Abgesehen davon, dass ungefähr jeder zehnte Thüringer arbeitslos ist, arbeiten hier sehr viele Menschen für einen Billiglohn. Viele junge Menschen ziehen deshalb lieber in andere Bundesländer Deutschlands, um dort eventuell mehr verdienen zu können. Als zweitschlechtestes Land in Sachen schlechter Bezahlung kann Sachsen-Anhalt genannt werden. Hier herrscht die allerhöchste Arbeitslosenquote in ganz Deutschland, dementsprechend sind die Menschen froh über Jobs, auch wenn sie dafür mit einem Billiglohn  leben müssen. Auch die Arbeitsbedingungen sind meist sehr schlecht, doch aus Furcht vor der Arbeitslosigkeit arbeiten trotzdem viele Menschen für wenig Geld und freie Tage. Selbst die durchschnittliche Arbeitsdauer ist länger als in anderen Bundesländern Deutschlands.

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