Niedriglohn

Niedriglohn

Ein Vollzeitarbeitender mit einem Arbeitsentgelt, das gerade knapp über oder knapp unter der Armutsgrenze liegt, wird als Niedriglohn bezeichnet. Damit kann der Beschäftigte die Geschäfte des täglichen Lebens nicht ausreichend bestreiten und ist auf Hilfe angewiesen. Diese existenzgefährdende Beschäftigung sollte vom Staat gesetzlich unterbunden werden und zumindest über die Einführung eines Mindestlohn unterbunden werden. Niedriglohn ist, unter anderem auch wegen der zunehmenden Lohnarbeit, auch in Deutschland im Steigen begriffen.

Durch die zunehmende Globalisierung können Firmen immer mehr in sogenannte Billiglohnländer ausweichen. Prozentual gesehen sind in Deutschland vor allem gering Qualifizierte und Frauen genauso wie Teilzeitbeschäftigte am häufigsten betroffen. Auch Arbeitnehmer ohne abgeschlossene Berufsausbildung sind in der Niedriglohn Sparte zu finden. Durch die Auslagerung der Produktion ins Ausland werden die Arbeitsplätze im Niedriglohnsektor knapp. Die dadurch entstehende überproportional hohe Arbeitslosigkeit in diesem Bereich lässt die Löhne weiter sinken. Je mehr Arbeitssuchende vorhanden sind, desto niedriger werden die Löhne. Im hoch qualifizierten Bereich ist es genau umgekehrt. Wenige Arbeitnehmer werden von vielen Firmen umworben und die Löhne steigen. Ein weiteres flankierendes Manko der Niedriglöhne sind die schlechter werdenden Arbeitsbedingungen. Unzureichende Absicherung, keine Chance auf Weiterbildung und die Tendenz beruflich Karriere machen zu können, ist gleich Null. Das erweitert die Schere zwischen Arm und Reich enorm und führt im Endeffekt zu massiven Spannungen.

Hier ist definitiv der Staat gefordert. Die Einführung von Mindestlöhnen könnte ein weiteres Lohndumping verhindern. Ein weiterer Schritt wäre die Verbesserung des Schulsystems. Ohne staatliche Unterstützung würden immer mehr Menschen im Land unter die Armutsgrenze rutschen und zusätzliche Unterstützung benötigen. Kollektivertragsverhandlungen mit starken Interessenvertretungen der Arbeitnehmer sind ebenso wichtig, wie Maßnahmen zur Steigerung der Löhne im Niedrigpreissektor. Speziell Dienstleistungsberufe und oder Hilfsarbeiter und Reinigungskräfte haben zur Zeit eine sehr schwache Lobby in der Wirtschaft. Das würde aber auch bedeuten, dass die Firmen gefordert sind, Weiterbildungsmaßnahmen zu ermöglichen und die Verbesserung der Qualifikationen zu fördern. Niedriglohn ist reell gesehen, ein Armutszeugnis für den Staat.
Mehr Infos hier